„24 Türen“: Auftakt in den Heddernheimer Höfen

Kreativ-Teams bekommen ihre Türen bei der Auftakt-Veranstaltung

© Sascha Rheker / www.sascharheker.com

Die Initiatoren Angela Ruhr (Bistum Limburg) und Klaus Joisten (fwg)
heißen willkommen. (Alle Fotos: Sascha Rheker)

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Das Kunstprojekt hat eine kreative Heimat in den Heddernheimer
Höfen gefunden. Bei strahlendem Sonnenschein begrüßte fwg-Vorstand Dr. Wilfried Köhler die Teilnehmenden am 10. Juni 2017 zur Auftaktveranstaltung der Kunstaktion „24 Türen“ in den Heddernheimer Höfen. Die rund 2 Meter hohen und 65 Kilo-gramm schweren Türen bildeten ein beeindruckendes Spalier im Innenhof. An einer langen Tafel kamen die Kreativ-Teams und freischaffenden Künstler erstmals zusammen.

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Dr. Wilfried Köhler will Türen öffnen für das Thema Seelische Gesundheit.

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Ein starkes Zeichen setzen

Sie alle wollen im Oktober ein starkes Zeichen setzen – für das Thema seeli-sche Gesundheit. Warum Türen? Warum Kunst? Die Aktion will einen kreati-ven Zugang zu einem Thema schaffen, das in Deutschland immer noch ein Tabu ist, erläuterte Köhler. Ganz im Unterschied zu angloamerikanischen Ländern, wo „mental health“ Eingang in die gesellschaftliche Debatte gefunden hat. Köhler als Psychiater wünscht sich, dass psychische Erkrankungen mit einer Selbstverständlichkeit behandelt werden wie eine kaputte Bandscheibe.

Zum 50sten Geburtstag der fwg

Köhler erinnerte an die Anfangszeit der fwg vor 50 Jahren. Menschen mit psy-chischen Beeinträchtigungen hatten durch Psychopharmaka erstmals die Chance, die Psychiatrien zu verlassen. Aber auch außerhalb der „Anstalten“ stießen sie auf verschlossene Türen. Eine Wohnung mieten, Arbeit finden – das war schwer bis unmöglich. Hier schufen die fwg-Gründerinnen und Grün-der Zugänge, die vorher nicht existierten. Im Oktober feiert die fwg ihren 50sten Geburtstag. Mit der Kunstaktion möchte sie den Betrachtern neue Per-spektiven auf das Thema seelische Gesundheit schenken.

42 Organisationen machen mit – aus 24 wurde 42

Angela Ruhr (Bistum Limburg) und Klaus Joisten (fwg), die Initiatoren der Kunstaktion, erzählten, wie die Idee der „24 Türen“ entstanden und gewachsen ist. Gestartet ist das Kunstprojekt mit der Idee von 24 Türen. Die große Resonanz hat die Initiatoren positiv überrascht. 42 Organisationen, Kreativ-gemeinschaften und freischaffende Künstlerinnen und Künstler haben sich auf den Aufruf zur Kunstaktion gemeldet. Darunter sind Tagesstätten für psychisch kranke Menschen, Projekte der Suchthilfe, Schulklassen und Stadtteil-initiativen. Alle Bewerber sollen die Möglichkeit bekommen, mitzumachen. Das Kunstprojekt wurde kurzerhand von 24 auf 42 Türen erweitert.

Schlüsselübergabe

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fwg-Kunsttherapeutin Jessica Nölte übergab symbolisch die Schlüssel an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und lud ins Atelier ein. Hier kamen die Inte-ressierten zu den thematischen Impulsen „Gestaltung“, „Seelische Gesundheit“ und „Öffentlichkeitsarbeit“ zusammen. Fragen und Antworten und viele neue Ideen füllten den Raum. Kann man den Ausstellungsort auswählen? Und so eine thematische Verbindung zwischen Tür und Raum schaffen? Kann man die Tür nach der Kunstaktion ganz normal als „Tür“ verbauen und als Tür nutzen? Wie hoch und breit können wir gestalten? Gibt es Limits? Die Ideen sprudelten und die Spannung wächst: Wie werden die Türen im Herbst aussehen?

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Medium mit Gewicht

Die spontane Zusammenarbeit der Teams und Unterstützer bei der Auftakt-veranstaltung war beeindruckend. Da wurden Akku-Schrauber aus Ateliers geholt und verliehen. Sackkarren rollten hin und her. Eine der 65-Kilo-Türen wurde von einer 4er-Gruppe in den 3. Stock getragen. Treppenhaus und Tür blieben unversehrt. Es gab zupackende Hände, die halfen, die Tür-Skulpturen in die Transporter zu hieven. Immer mehr Türen machten sich auf ihren Weg in die Kreativ-Phase.

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Im Innenhof der Heddernheimer Landstraße 155. Hier hat die fwg bis Ende November ein Atelier für das Kunstprojekt „24 Türen“ gemietet.